Ratgeber · Pflegehilfsmittel

Pflegehilfsmittel für 42 €: Welche Produkte stehen dir zu?

Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel, Bettschutzeinlagen – die Pflegekasse zahlt jeden Monat Verbrauchsprodukte im Wert von 42 €. Doch welche Produkte gibt es genau, worin unterscheiden sie sich und welche Kombination passt zu deiner Pflegesituation? Dieser Ratgeber zeigt dir alle Produktgruppen im Detail.

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Auf einen Blick

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Fünf Produktgruppen – von Handschuhen über Desinfektionsmittel bis zu Bettschutzeinlagen – stehen dir zur Auswahl.

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Was sind Pflegeverbrauchshilfsmittel?

Pflegeverbrauchshilfsmittel (auch: Pflegehilfsmittel zum Verbrauch) sind Produkte, die bei der häuslichen Pflege regelmäßig verbraucht werden. Sie gehören zur Produktgruppe 54 im GKV-Hilfsmittelverzeichnis und dienen dem Infektionsschutz und der Hygiene – sowohl für die pflegebedürftige Person als auch für die Pflegenden.

Die gesetzliche Grundlage ist § 40 SGB XI. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten bis zu 42 € pro Monat (seit 1. Januar 2025, PUEG-Anpassung). Voraussetzung: ein anerkannter Pflegegrad und häusliche Pflege. Wie du die Leistung beantragst und welcher Anbieter zu dir passt, erfährst du in unserem Ratgeber zur 42-€-Unterstützung.

In diesem Artikel geht es um die Produkte selbst: Was genau bekommst du, welche Varianten gibt es und worauf solltest du bei der Auswahl achten?


Einmalhandschuhe – der wichtigste Schutz bei der Körperpflege

Einmalhandschuhe sind das meistgenutzte Produkt in der häuslichen Pflege. Sie schützen bei der Körperpflege, Wundversorgung und Medikamentengabe vor Keimen und Verunreinigungen – für beide Seiten.

Im Rahmen der 42-€-Pflegebox erhältst du unsterile Einweghandschuhe in verschiedenen Materialien und Größen. Sterile Handschuhe (etwa für den OP) gehören nicht dazu – sie sind für die häusliche Pflege in der Regel auch nicht notwendig.

Verschiedene Einmalhandschuhe für die häusliche Pflege

Vinyl, Nitril oder Latex – welches Material passt?

Die drei gängigen Materialien unterscheiden sich in Tragekomfort, Reißfestigkeit und Hautverträglichkeit. Hier die wichtigsten Unterschiede:

EigenschaftVinylNitrilLatex
Reißfestigkeitniedrighochhoch
Elastizitätgeringmittelsehr hoch
Chemikalienbeständigkeitgeringhochmittel
HautverträglichkeitgutgutAllergierisiko
Umweltfreundlichkeitschlecht (PVC)schlechtbiologisch abbaubar
Preisgünstigmittelmittel
EmpfehlungGrundpflege, kurze TätigkeitenAllround-Tipp für die meisten Pflegesituationenwenn keine Allergie, bester Tragekomfort
Vergleich der drei Handschuhmaterialien für die häusliche Pflege.

Praxis-Tipp

Nitrilhandschuhe sind für die meisten Pflegesituationen die beste Wahl. Sie sind reißfest, hautverträglich und bieten ein gutes Tastgefühl – wichtig bei der Wundversorgung oder beim Anreichen von Medikamenten. Nur bei nachgewiesener Verträglichkeit bieten Latexhandschuhe einen noch besseren Tragekomfort.


Desinfektionstücher und Desinfektionsmittel für die Pflege

Desinfektionsmittel – Hygiene für Hände und Flächen

In der häuslichen Pflege ist Desinfektion unverzichtbar. Die Pflegebox enthält zwei Typen, die unterschiedliche Aufgaben erfüllen:

Händedesinfektionsmittel reduziert Keime auf der Haut – vor und nach jedem Pflegekontakt, nach dem Toilettengang und vor der Medikamentengabe. Es wirkt schneller als Seife und schont die Haut bei häufiger Anwendung.

Flächendesinfektionsmittel ist für Oberflächen gedacht, die regelmäßig mit Keimen in Kontakt kommen: Toilettensitz, Türklinken, Nachttisch, Pflegebettrahmen. Auch als Fertigtücher (Desinfektionstücher) erhältlich – praktisch für die schnelle Reinigung zwischendurch.

Wann welches Desinfektionsmittel?

Händedesinfektion

  • Vor und nach jeder Pflegetätigkeit
  • Nach dem Ausziehen von Handschuhen
  • Vor dem Anreichen von Mahlzeiten
  • Nach dem Kontakt mit Körperflüssigkeiten

Flächendesinfektion

  • Toilettensitz und Waschbeckenrand
  • Türklinken und Lichtschalter
  • Pflegebettrahmen und Nachttisch
  • Smartphones und Fernbedienungen

Bettschutzeinlagen – Einmal oder waschbar?

Bettschutzeinlagen (auch Inkontinenzunterlagen) gehören zu den wichtigsten Hilfsmitteln bei Harn- oder Stuhlinkontinenz. Sie schützen die Matratze vor Feuchtigkeit und erleichtern die Pflege erheblich.

Im Rahmen der 42-€-Pauschale erhältst du saugfähige Einmal-Bettschutzeinlagen (Produktgruppe 54). Sie werden nach einmaligem Gebrauch entsorgt – hygienisch und praktisch im Alltag.

Waschbare Bettschutzeinlagen (Produktgruppe 51) sind dagegen technische Pflegehilfsmittel und fallen nicht unter die 42-€-Pauschale. Sie müssen separat bei der Pflegekasse beantragt werden – die Kasse stellt dann bis zu drei Stück pro Jahr bereit.

Pflegebett mit Bettschutzeinlage

Mundschutz und Schutzschürzen

Neben Handschuhen, Desinfektionsmitteln und Bettschutzeinlagen enthält die Pflegebox zwei weitere Produktgruppen, die im Pflegealltag wichtig sind:

Mundschutz (Mund-Nasen-Schutz)

Einmal-Mundschutz schützt vor Tröpfcheninfektionen – besonders relevant, wenn die pflegebedürftige Person immungeschwächt ist oder die pflegende Person erkältet. Der Mundschutz gehört zur Produktgruppe 54 und wird über die 42-€-Pauschale abgerechnet.

Richtige Anwendung: Vor dem Aufsetzen Hände desinfizieren. Der Nasenbügel muss oben sitzen und an die Nase angepasst werden. Mund und Nase bis zum Kinn vollständig bedecken. Nach der Pflege an den Gummibändern abnehmen und im Restmüll entsorgen.

Schutzschürzen (Einmalschürzen)

Einmalschürzen schützen die Kleidung der pflegenden Person vor Verunreinigungen – beim Waschen, Umlagern oder bei der Wundversorgung. Sie werden einmal getragen und dann entsorgt.

Praxis-Hinweis: Schutzschürzen sind besonders sinnvoll bei der Ganzkörperpflege im Bett oder bei der Versorgung von Stomata. Die meisten Pflegebox-Anbieter bieten sie als optionalen Bestandteil an – du entscheidest, ob du sie brauchst.


Alle Produktgruppen auf einen Blick

Du kannst die Zusammenstellung deiner Pflegebox frei wählen – solange der Gesamtwert 42 € pro Monat nicht überschreitet. Hier alle fünf Produktgruppen mit typischer Menge und Einsatzzweck:

ProduktgruppeTypische Menge/MonatEinsatzzweck
Einmalhandschuhe100 StückKörperpflege, Wundversorgung, Medikamentengabe
Händedesinfektionsmittel500 mlKeimreduktion vor und nach Pflegekontakt
Flächendesinfektionsmittel500 ml oder 40 TücherHygiene auf Oberflächen im Wohnbereich
Mundschutz50 StückInfektionsschutz bei Nähe zur pflegebedürftigen Person
Bettschutzeinlagen (saugend)25 StückMatratzenschutz bei Inkontinenz
Schutzschürzen25 StückKleidungsschutz bei pflegerischen Tätigkeiten
Typische Zusammenstellung einer Pflegebox. Die genaue Menge hängt vom Anbieter und deinem individuellen Bedarf ab.

Wichtig: Du musst nicht jede Produktgruppe bestellen. Wenn du zum Beispiel keine Bettschutzeinlagen brauchst, kannst du stattdessen mehr Handschuhe oder Desinfektionsmittel wählen. Die meisten Anbieter ermöglichen eine flexible Anpassung – auch nachträglich von Monat zu Monat.


Die passende Kombination für deinen Bedarf

Nicht jede Pflegesituation ist gleich. Hier drei typische Szenarien, wie du deine 42 € am sinnvollsten einsetzen kannst:

Leichte Pflege

Unterstützung im Alltag

Du hilfst bei der Grundpflege, dem Ankleiden oder der Medikamentengabe. Empfohlen: Schwerpunkt auf Handschuhe und Händedesinfektionsmittel. Mundschutz und Flächendesinfektion als Ergänzung.

Inkontinenz

Pflege bei Inkontinenz

Die pflegebedürftige Person ist inkontinent. Empfohlen: Schwerpunkt auf Bettschutzeinlagen, Handschuhe und Flächendesinfektionsmittel. Schutzschürzen ergänzend bei der Ganzkörperpflege.

Infektschutz

Erhöhtes Infektionsrisiko

Die pflegebedürftige Person ist immungeschwächt oder es liegt eine akute Infektion vor. Empfohlen: Schwerpunkt auf Mundschutz, Händedesinfektionsmittel und Schutzschürzen. Handschuhe nach Bedarf.

Du weißt nicht genau, welche Kombination die richtige für dich ist? Kein Problem – die meisten Pflegebox-Anbieter bieten eine individuelle Beratung an und passen die Zusammenstellung an deinen Bedarf an.


Wie bekommst du deine Pflegebox?

Die Bestellung ist einfach: Du wählst einen Anbieter, stellst deine Box zusammen und der Anbieter übernimmt die Abrechnung mit der Pflegekasse. Du zahlst nichts – die 42 € werden direkt von der Kasse erstattet.

In unserem ausführlichen Ratgeber zur 42-€-Unterstützung findest du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Beantragung, die Voraussetzungen im Detail und einen Überblick über alle Leistungen, die dir zusätzlich zustehen.

Du möchtest direkt Anbieter vergleichen? In unserem Pflegebox-Vergleich findest du die besten Anbieter mit Bewertung, Preisübersicht und Direktbestellmöglichkeit.


Häufige Fragen zu Pflegehilfsmitteln