Ratgeber · Pflegebox
Pflegebox für 42 €: Jeden Monat kostenfrei nach Hause
Eine Pflegebox bringt dir jeden Monat Pflegehilfsmittel wie Handschuhe, Desinfektionsmittel und Bettschutzeinlagen direkt an die Haustür — komplett bezahlt von der Pflegekasse. 42 € monatlich, ab Pflegegrad 1, ohne Zuzahlung. Hier erfährst du, wie das Konzept funktioniert und worauf du bei der Anbieterwahl achten solltest.

Pflegebox beantragen und jeden Monat erhalten
- Erhalte monatlich deine Pflegehilfsmittel in einer Pflegebox nach Hause.
- Die Krankenkasse übernimmt die Kosten.
- Ändere jeder Zeit nach Bedarf deine Pflegebox.
- Spare Zeit mit dem Online Prozess.
- Nutze das Kundenportal um Lieferadresse und weiteres zu ändern.

Auf einen Blick
Die Pflegekasse übernimmt monatlich bis zu 42 € für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch nach § 40 SGB XI.
Aufs Jahr gerechnet sind das 504 € an Pflegehilfsmitteln, die du nicht selbst bezahlen musst.
Die Pflegekasse zahlt alles — keine Zuzahlung, kein Eigenanteil, kein Kleingedrucktes.
Was ist eine Pflegebox?
Eine Pflegebox ist ein monatliches Paket mit Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch, das spezialisierte Anbieter direkt zu dir nach Hause liefern. Die gesetzliche Grundlage ist § 40 SGB XI: Jeder Mensch mit anerkanntem Pflegegrad (1 bis 5), der zu Hause gepflegt wird, hat Anspruch auf diese Verbrauchsprodukte — und die Pflegekasse übernimmt die Kosten vollständig, bis zu 42 € pro Monat.
Das Besondere am Pflegebox-Konzept: Du musst dich um nichts kümmern. Der Anbieter übernimmt die Antragstellung bei der Pflegekasse, stellt die Box nach deinem Bedarf zusammen und liefert sie regelmäßig — ohne dass du jeden Monat neu bestellen musst. Die Abrechnung läuft direkt zwischen Anbieter und Pflegekasse.
Enthalten sind Produkte der Produktgruppe 54 im GKV-Hilfsmittelverzeichnis: Einmalhandschuhe, Hände- und Flächendesinfektionsmittel, Mundschutz, Bettschutzeinlagen und Schutzschürzen. Du entscheidest, welche Produkte und Mengen du brauchst — die meisten Anbieter ermöglichen eine individuelle Zusammenstellung.
Pflegebox oder Einzelkauf — was lohnt sich?
Grundsätzlich hast du die Wahl: Du kannst Pflegehilfsmittel selbst kaufen (Drogerie, Apotheke, Online-Shop) und die Belege bei der Pflegekasse einreichen — oder du bestellst eine Pflegebox bei einem spezialisierten Anbieter, der alles für dich erledigt.
In der Praxis wählen die meisten Berechtigten die Pflegebox, weil sie den gesamten Verwaltungsaufwand eliminiert: kein Antrag, keine Belege, kein monatliches Nachbestellen. Der Anbieter sorgt dafür, dass die 42 € optimal ausgeschöpft werden — du bekommst automatisch Produkte im Wert des vollen Budgets.
Der Einzelkauf lohnt sich nur, wenn du ganz bestimmte Markenprodukte bevorzugst, die kein Pflegebox-Anbieter führt. Allerdings musst du dann selbst darauf achten, dass du nur Produkte der Produktgruppe 54 kaufst — sonst erstattet die Pflegekasse nichts.

3 Gründe, warum sich die Pflegebox lohnt
Die Pflegebox ist nicht einfach nur ein Paket mit Produkten — sie ist ein Service, der dir im Pflegealltag Zeit und Nerven spart:
Null Papierkram
Der Anbieter übernimmt den kompletten Antrag bei der Pflegekasse. Du füllst einmalig ein kurzes Formular aus — danach kümmert sich der Anbieter um alles: Genehmigung, Abrechnung, monatliche Lieferung.
Komplett kostenfrei
Die Pflegekasse übernimmt die vollen 42 € — keine Zuzahlung, kein Eigenanteil, keine versteckten Kosten. Die Lieferung ist bei allen seriösen Anbietern versandkostenfrei.
Individuell anpassbar
Du wählst selbst, welche Produkte in deine Box kommen. Keine starren Pakete — du kannst die Zusammenstellung jederzeit ändern, wenn sich dein Bedarf ändert.
Gut zu wissen
Verbraucherschutz seit Juli 2024
Seit Juli 2024 gelten strengere Regeln für Pflegebox-Anbieter. Anbieter dürfen dich nicht unaufgefordert kontaktieren — die Initiative muss immer von dir ausgehen. Vor der ersten Bestellung muss eine Beratung durch geschulte Fachkräfte stattfinden. Außerdem hast du das Recht, deine Box individuell zusammenzustellen — feste Produktkombinationen darf dir kein Anbieter vorschreiben.
Was steckt in der Pflegebox?
Die Pflegebox enthält Produkte der Produktgruppe 54 im Hilfsmittelverzeichnis. Du kannst die Zusammenstellung frei wählen — solange der Gesamtwert 42 € pro Monat nicht übersteigt:
| Produkt | Zweck | Typische Menge |
|---|---|---|
| Einmalhandschuhe | Schutz bei Körperpflege, Wundversorgung, Medikamentengabe | 100 – 200 Stück |
| Händedesinfektionsmittel | Keimreduktion vor und nach pflegerischen Tätigkeiten | 1 – 2 Flaschen (500 ml) |
| Flächendesinfektionsmittel | Hygienische Reinigung von Oberflächen und Hilfsmitteln | 1 Flasche (500 ml) |
| Mundschutz | Schutz vor Tröpfcheninfektionen | 10 – 50 Stück |
| Bettschutzeinlagen | Schutz von Matratze und Bettwäsche bei Inkontinenz | 20 – 30 Stück |
| Schutzschürzen | Kleidungsschutz bei pflegerischen Tätigkeiten | 10 – 20 Stück |
Du möchtest genau wissen, worin sich die einzelnen Produkte unterscheiden — etwa Nitril- vs. Vinylhandschuhe oder Einmal- vs. waschbare Bettschutzeinlagen? Unser ausführlicher Produktratgeber zeigt dir jede Produktgruppe im Detail.
Den richtigen Pflegebox-Anbieter wählen
Es gibt zahlreiche Pflegebox-Anbieter auf dem Markt. Die Unterschiede liegen im Detail — und genau dort entscheidet sich, ob du zufrieden bist oder nicht. Achte bei der Auswahl auf diese Punkte:
- Kassenzulassung: Der Anbieter muss von den Pflegekassen zugelassen sein. Seriöse Anbieter weisen das offen auf ihrer Website aus.
- Individuelle Zusammenstellung: Du solltest wählen können, welche Produkte und Mengen in deine Box kommen — nicht nur aus vorgefertigten Paketen.
- Direkte Kassenabrechnung: Der Anbieter sollte die Kosten direkt mit der Pflegekasse abrechnen, sodass du nicht in Vorleistung gehen musst.
- Flexible Anpassung: Dein Bedarf kann sich ändern. Gute Anbieter ermöglichen eine Anpassung der Box-Zusammenstellung jederzeit und ohne Aufwand.
- Keine Vertragsbindung: Du solltest jederzeit kündigen oder den Anbieter wechseln können — ohne Mindestlaufzeit oder Kündigungsfrist.
Einen ausführlichen Vergleich der beliebtesten Anbieter findest du in unserem Pflegebox-Anbietervergleich.
„Am Anfang habe ich Handschuhe und Desinfektionsmittel selbst in der Drogerie gekauft und die Belege bei der Kasse eingereicht. Das war jeden Monat eine Stunde Aufwand. Seit ich eine Pflegebox bestelle, kommt alles automatisch — und ich habe den Kopf frei für das, was wirklich zählt.“
Thomas L., pflegt seine Mutter (Pflegegrad 3) zu Hause
Pflegebox bestellen — so funktioniert es
Die Bestellung einer Pflegebox ist unkompliziert. Bei den meisten Online-Anbietern dauert es keine zehn Minuten:
- Anbieter auswählen und gewünschte Produkte zusammenstellen.
- Kurzes Formular ausfüllen — Name, Adresse, Pflegekasse, Versichertennummer und Pflegegrad.
- Antrag wird automatisch gestellt — der Anbieter beantragt die Kostenübernahme bei der Pflegekasse.
- Genehmigung abwarten — die Pflegekasse prüft und genehmigt (dauert in der Regel 2 bis 4 Wochen).
- Monatlich empfangen — ab sofort kommt deine Pflegebox jeden Monat automatisch nach Hause.
Eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung mit allen Optionen (Online-Anbieter, Apotheke, Selbstkauf) findest du in unserem Ratgeber zum Pflegepaket.
Pflegebox und andere Leistungen — kein Entweder-oder
Ein häufiges Missverständnis: Die 42 € für die Pflegebox werden nicht vom Pflegegeld oder dem Entlastungsbetrag abgezogen. Es handelt sich um eine eigenständige Leistung nach § 40 SGB XI, die zusätzlich zu allen anderen Pflegekassenleistungen läuft.
Pflegegeld (§ 37)
347 € bis 990 € monatlich (ab PG 2). Frei verwendbar — die Pflegebox kommt obendrauf.
Entlastungsbetrag (§ 45b)
131 € monatlich (ab PG 1) für Betreuung und Entlastung. Eigenständige Leistung, unabhängig von der Pflegebox.
Technische Hilfsmittel
Pflegebett, Rollator oder Hausnotruf werden separat bewilligt — kein Einfluss auf dein 42-€-Budget.
