Zum Hauptinhalt springen
Ratgeber · Hausnotruf

Hausnotrufsysteme — Sicherheit für ein Leben zu Hause

Ein Sturz, ein Schwindelanfall, eine Bewusstlosigkeit — wer alleine lebt, kann in solchen Situationen oft keine Hilfe rufen. Der Hausnotruf schließt diese Lücke und gibt vielen pflegenden Angehörigen das gute Gefühl, dass im Ernstfall jemand kommt. Was die Pflegekasse zahlt, welche Systeme es gibt und worauf du achten solltest.

Portrait von Jannik — Gründer, Redaktion & Technik

Jannik

Gründer · Redaktion · Technik

Ein älterer Mann legt eine Matratzenauflage auf ein Bett

Hausnotruf auf einen Blick

25,50

übernimmt die Pflegekasse pro Monat (Hilfsmittelposition 52.40.01.0) — ab Pflegegrad 1.

60 Sek.

Reaktionszeit der Notrufzentrale — bei den meisten Anbietern Standard.

3 Typen

Klassisch, mit Sturzsensor, mobil mit GPS — je nach Lebenssituation.


Welche Hausnotruf-Typen gibt es?

Klassisches Hausnotrufgerät

Basisgerät mit Notrufknopf (am Hals/Handgelenk) und Sprechverbindung über das Festnetz oder Mobilfunk. Drücken → Verbindung zur 24/7-Notrufzentrale.

Geeignet für

Mobilität eingeschränkt, alleinlebend, Pflegegrad 1+

Kosten

Anschluss 0–50 €, Monatsmiete 25–35 €

Hausnotruf mit Sturzsensor

Erweiterung mit Beschleunigungssensor — der Notruf wird automatisch ausgelöst, wenn ein Sturz erkannt wird. Auch wenn die Person bewusstlos ist.

Geeignet für

Sturzgefährdet, Demenz-Risiko, alleinlebend

Kosten

Monatsmiete 30–45 €

Mobiler Hausnotruf

Gerät mit GPS und Mobilfunk — funktioniert auch außerhalb der Wohnung (Garten, Spaziergang, Einkauf). Standortübermittlung an die Zentrale.

Geeignet für

Aktive Senioren mit Risiko, Reisende

Kosten

Monatsmiete 35–55 €


Worauf bei der Anbieterwahl achten?

  • Reaktionszeit unter 60 Sekunden — frag nach dokumentierten Durchschnittszeiten der letzten 12 Monate.
  • 24/7-Besetzung der Zentrale — auch nachts und Wochenende, ohne Weiterleitung.
  • Notruf-Weiterleitungskette — wer wird in welcher Reihenfolge informiert? Angehörige zuerst, dann Rettungsdienst?
  • Sprachqualität — kann die Zentrale die Person über das Gerät hören und reagieren, wenn sie auf dem Boden liegt?
  • Test-Anrufe — gute Anbieter bieten regelmäßige (monatliche) Verbindungstests an.
  • Kündigungsfrist — viele binden 12 Monate; gut sind monatliche Kündigung.

Häufige Fragen

Wer übernimmt die Kosten für ein Hausnotrufsystem?

Bei anerkanntem Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse monatlich bis zu 25,50 € für ein klassisches Hausnotrufgerät (§ 40 SGB XI, Hilfsmittelpositionsnummer 52.40.01.0). Reicht das nicht für das gewünschte Gerät, zahlst du den Rest selbst. Vor Vertragsabschluss unbedingt die Kostenübernahme schriftlich von der Pflegekasse bestätigen lassen.

Brauche ich einen Pflegegrad für einen Hausnotruf?

Nein — du kannst jederzeit privat einen Hausnotruf abschließen, dann ohne Erstattung. Mit Pflegegrad zahlt die Pflegekasse mit. Empfohlen wird das System für alle Personen, die alleine leben und gesundheitliche Risiken haben — auch ohne formale Pflegestufe.

Was unterscheidet die Anbieter?

Reaktionszeit der Zentrale (Sekunden bis Minuten), Sprachqualität der Sprechverbindung, Zuverlässigkeit der Notrufweiterleitung (Angehörige? Rettungsdienst direkt?), Sturzsensor-Genauigkeit (Fehlalarme), GPS-Genauigkeit bei mobilen Geräten. Bekannte Anbieter — Malteser, Johanniter, DRK, ASB, Caritas und kommerzielle wie Libify, Tunstall, smartmove.

Wie schnell kommt Hilfe?

Die Zentrale meldet sich in der Regel innerhalb von 60 Sekunden über die Lautsprecher-Funktion. Bei tatsächlicher Notlage werden Angehörige (über die vorab hinterlegten Kontakte) oder direkt der Rettungsdienst alarmiert. Im Schnitt erreicht der Notarzt innerhalb von 8–15 Minuten den Wohnort.

Zusammen mit Pflegehilfsmitteln

Sicherheit + Hygiene = häusliche Versorgung

Der Hausnotruf wird oft mit der Pflegebox kombiniert — beide Leistungen sind unabhängig voneinander und werden separat von der Pflegekasse erstattet.