Ratgeber · Pflegepaket
Pflegepaket Inhalt: Von der Beantragung bis zur Lieferung
Du hast einen Pflegegrad und pflegst zu Hause? Dann steht dir jeden Monat ein Pflegepaket mit Verbrauchshilfsmitteln zu — komplett kostenfrei. Hier erfährst du, wie du dein Paket beantragst, was drin ist und worauf du bei der Anbieter-Wahl achten solltest.

Pflegebox beantragen und jeden Monat erhalten
- Erhalte monatlich deine Pflegehilfsmittel in einer Pflegebox nach Hause.
- Die Krankenkasse übernimmt die Kosten.
- Ändere jeder Zeit nach Bedarf deine Pflegebox.
- Spare Zeit mit dem Online Prozess.
- Nutze das Kundenportal um Lieferadresse und weiteres zu ändern.

Pflegepaket auf einen Blick
Pauschale für Pflegeverbrauchshilfsmittel — vollständig von der Pflegekasse übernommen (§ 40 SGB XI).
PG 1 – 5
Alle Pflegegrade sind anspruchsberechtigt. Auch mit Pflegegrad 1 kannst du ein Pflegepaket erhalten.
0 € Zuzahlung
Kein Eigenanteil, kein Rezept, kein Gang zur Apotheke. Die Box kommt direkt nach Hause.
Was genau ist ein Pflegepaket?
Ein Pflegepaket — oft auch Pflegebox genannt — ist eine monatliche Lieferung mit zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln. Diese Produkte werden im Pflegealltag regelmäßig benötigt und aus hygienischen Gründen nicht wiederverwendet.
Die Rechtsgrundlage ist § 40 Abs. 2 SGB XI: Die Pflegekasse übernimmt die Kosten für Verbrauchshilfsmittel bis zu 42 Euro pro Monat. Dieser Betrag ist unabhängig vom Pflegegrad — ob Pflegegrad 1 oder 5, der Anspruch ist identisch.
Im Unterschied zu technischen Pflegehilfsmitteln wie einem Pflegebett oder Rollator werden Verbrauchshilfsmittel nicht leihweise überlassen, sondern regelmäßig neu geliefert. Die meisten Anbieter versenden sie als fertig zusammengestelltes Paket direkt an deine Haustür.
Was steckt im Pflegepaket?
Der Inhalt eines Pflegepakets orientiert sich am Hilfsmittelverzeichnis der Pflegekassen. Sechs Produktkategorien bilden den Standard — die konkreten Mengen und Marken variieren je nach Anbieter.
Einmalhandschuhe
Schutz bei Körperpflege, Wundversorgung und Medikamentengabe. Nitril, Vinyl oder Latex — je nach Hautverträglichkeit.
Desinfektionsmittel
Für Hände und Flächen. Wirkt gegen Bakterien, Viren und Pilze — vor und nach jeder pflegerischen Tätigkeit anwenden.
Bettschutzeinlagen
Saugende Einmalunterlagen, die Matratze und Bettwäsche vor Feuchtigkeit schützen. Standard: 60 × 90 cm.
Mundschutz
Medizinischer Einmalmundschutz oder FFP2-Masken zum Schutz vor Tröpfcheninfektionen bei enger Pflege.
Schutzschürzen
Einmal-PE-Schürzen für die Körperpflege. Halten die Kleidung sauber und trocken.
Fingerlinge
Dünne Schutzhüllen für einzelne Finger — praktisch bei Salbenauftrag oder Wundversorgung.
Du möchtest genau wissen, welche Mengen typisch sind und wie sich die einzelnen Produkte unterscheiden? In unserem ausführlichen Ratgeber Pflegebox Inhalt findest du eine detaillierte Übersicht mit Mengenangaben und Produktvergleich.
So beantragst du dein Pflegepaket
Die Beantragung ist einfacher als viele denken. In drei Schritten ist alles erledigt — ohne ärztliches Rezept und ohne Behördengang.
- Anbieter auswählen: Vergleiche verschiedene Pflegebox-Anbieter und wähle den, der am besten zu deinem Bedarf passt. Unser Anbieter-Vergleich hilft dir bei der Entscheidung.
- Antrag stellen: Die meisten Anbieter übernehmen die Formalitäten für dich. Du gibst deine Daten an, unterschreibst den Antrag — und der Anbieter kümmert sich um die Genehmigung bei deiner Pflegekasse.
- Paket empfangen: Nach der Genehmigung kommt dein Pflegepaket jeden Monat automatisch per Post. Du musst nicht jeden Monat neu bestellen.

Gut zu wissen
Wer hat Anspruch auf ein Pflegepaket?
Du hast Anspruch auf monatliche Pflegeverbrauchshilfsmittel, wenn alle drei Voraussetzungen erfüllt sind:
- Du hast einen anerkannten Pflegegrad (1 bis 5).
- Du wirst zu Hause, in einer Wohngemeinschaft oder im betreuten Wohnen gepflegt.
- Mindestens ein Teil der Pflege wird von Angehörigen, Freunden oder ehrenamtlichen Helfern übernommen.
Bei vollstationärer Pflege im Pflegeheim besteht kein separater Anspruch — dort stellt die Einrichtung die benötigten Verbrauchsmaterialien.
Pflegepaket individuell zusammenstellen
Nicht jede Pflegesituation ist gleich. In manchen Haushalten werden vor allem Handschuhe und Desinfektion gebraucht, in anderen steht der Bettschutz im Vordergrund. Viele Anbieter ermöglichen deshalb eine individuelle Zusammenstellung innerhalb des 42-Euro-Budgets.
Das lässt sich in der Regel anpassen:
- Mengenverteilung — z. B. mehr Handschuhe, weniger Mundschutz
- Materialvarianten — Nitril vs. Vinyl, parfümfrei vs. Standard
- Größen — Handschuhgrößen (S, M, L, XL), Bettschutz-Formate
- Lieferrhythmus — bei manchen Anbietern auch alle zwei Monate möglich
Einen ausführlichen Leitfaden zur individuellen Zusammenstellung findest du in unserem Ratgeber Pflegepaket selbst zusammenstellen.
„Am Anfang wussten wir gar nicht, dass die Pflegekasse Verbrauchsmaterial übernimmt. Der Anbieter hat uns den ganzen Papierkram abgenommen — nach zwei Wochen stand die erste Box vor der Tür.“
Sabine M., pflegt ihren Mann (Pflegegrad 3) seit anderthalb Jahren zu Hause
Worauf du bei der Anbieter-Wahl achten solltest
Es gibt zahlreiche Anbieter von Pflegepaketen. Die Unterschiede liegen weniger im Inhalt — der ist gesetzlich vorgegeben — sondern im Service, der Flexibilität und der Abwicklung. Vier Kriterien helfen dir bei der Entscheidung:
Individuelle Zusammenstellung
Kann der Inhalt frei angepasst werden? Oder gibt es nur vordefinierte Standard-Pakete? Flexibilität spart unnötige Produkte.
Antragsservice
Übernimmt der Anbieter die Beantragung bei der Pflegekasse komplett? Gute Anbieter kümmern sich um alle Formalitäten.
Kündigungsfristen
Gibt es eine Mindestlaufzeit? Bei seriösen Anbietern kannst du jederzeit kündigen oder den Anbieter wechseln.
Produktqualität
Markenprodukte oder No-Name? Hautverträgliche Materialien? Ein Blick auf Testberichte und Bewertungen lohnt sich.
In unserem Pflegebox-Testsieger-Vergleich haben wir die wichtigsten Anbieter nach diesen und weiteren Kriterien bewertet.

Pflegepaket vs. Pflegebox — gibt es einen Unterschied?
Kurz gesagt: nein. Die Begriffe „Pflegepaket“ und „Pflegebox“ meinen dasselbe — eine monatliche Lieferung von zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln nach § 40 SGB XI.
Manche Anbieter sprechen von „Pflegebox“, andere von „Pflegepaket“, „Pflegehilfsmittelbox“ oder „Hygienebox“. Der Anspruch, der Inhalt und die Kostenübernahme durch die Pflegekasse sind in allen Fällen identisch.
Verwechsle das Pflegepaket allerdings nicht mit dem Pflegegeld. Das Pflegegeld (§ 37 SGB XI) ist eine monatliche Geldleistung für Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2, die frei verwendet werden kann. Das Pflegepaket wird zusätzlich gewährt — es wird nicht mit dem Pflegegeld verrechnet.
Drei typische Fehler bei der Beantragung
Obwohl die Beantragung unkompliziert ist, gibt es Stolpersteine, die du vermeiden solltest:
| Fehler | Problem | Lösung |
|---|---|---|
| Budget verfallen lassen | Die 42 € werden nicht in den Folgemonat übertragen — ungenutztes Budget ist verloren. | Pflegepaket einmalig beantragen, danach kommt es automatisch jeden Monat. |
| Standard-Box nicht anpassen | Produkte, die nicht gebraucht werden, landen ungenutzt im Schrank. | Zusammenstellung beim Anbieter ändern — die meisten erlauben das jederzeit. |
| Unerwünschte Telefonverträge | Manche unseriöse Anbieter kontaktieren unaufgefordert und schieben Verträge unter. | Nur bei vertrauenswürdigen Anbietern bestellen. Niemals am Telefon Daten herausgeben. |
